Wo Kunden zur Familie gehören

Modehaus Dreier & Horstmann feiert Jubiläum und verrät, was den Einkauf hier so besonders macht

Von: Anke Schneider

Es ist fast auf den Tag genau 90 Jahre her, dass Friedrich Dreier und Hermann Horstmann ihr Geschäft in Osnabrück eröffneten.
Was 1936 als Großhandel für Näh- und Schneiderbedarf begann, entwickelte sich bald zu einer gefragten Adresse für Schneider in Osnabrück und Umgebung. Hochwertige Stoffe, Nähzubehör und Garne gehörten zum Sortiment. Ausgeliefert wurde anfangs noch mit dem Fahrrad – und das steht bis heute im Laden.

Zunächst befand sich das Geschäft an der Möserstraße. 1951 errichteten die beiden Gründer ihr Domizil am Goethering auf einer Fläche, die nach dem Krieg voller Trümmerschutt lag. Mit der Zeit wandelte sich der Großhandel zum Einzelhandelsgeschäft, das nach und nach auch Herren- und Damenbekleidung ins Sortiment aufnahm. In den 80er-Jahren traten Hans-Uwe Dreier-Landwehr und Ansgar Horstmann in die Fußstapfen der Gründer. Seit 2011 führt Olaf Horstmann das Geschäft als dritter Vertreter der Familie Horstmann. Den Namen Dreier & Horstmann hat das Modehaus bis heute behalten.

Dass der Wandel des Einkaufsverhaltens und die zunehmende Bedeutung des Internets dem Geschäft wenig anhaben konnten, hat für Olaf Horstmann gute Gründe. „Beratung wird bei uns großgeschrieben“, sagt er. Jedes Kleidungsstück soll so ausgewählt sein, dass sich der Kunde darin wohlfühlt.

Das elfköpfige Team kennt viele seiner Kunden seit Jahren, weiß um ihre Vorlieben und kann einschätzen, was zu ihnen passt. „Wir sind hier wie eine Familie“, sagt Marlies Kaufmann, die seit 14 Jahren zum Team gehört. Dieses Miteinander präge den Arbeitsalltag ebenso wie den Umgang mit den Kunden. Viele kommen nicht wegen der Lage mitten in der Stadt, der Werbung oder des Online-Shops, den das Modehaus seit der Corona-Zeit betreibt. „Sie kommen durch Weiterempfehlung“, sagt Olaf Horstmann. Eine Empfehlung, die von Mensch zu Mensch weitergetragen wird.
Ein weiterer Vorteil ist die hauseigene Änderungsschneiderei. Marlies Kaufmann nennt Schneider Ramazan Tokgôz ein „Goldstück“, der nahezu alles hinbekomme. Zuvor hatte er seine Schneiderei bei Galeria Kaufhof im Hause. Als das Kaufhaus schloss, bezog der erfahrene Schneider sein neues Domizil bei Dreier & Horstmann. Seitdem kümmert sich Tokgôz nicht nur um Änderungen an Kleidungsstücken aus dem Sortiment des Modehauses, sondern auch um private Aufträge der Kunden.

Das wichtigste Erfolgsrezept bleibt jedoch die persönliche Beziehung. Die Mitarbeiter nehmen sich Zeit für eine individuelle Beratung – etwas, das von den Kunden geschätzt wird. Wie eng die Bindung zum Unternehmen sein kann, zeigt auch die Geschichte von Hugo Plog. Er ist der dienstälteste Mitarbeiter und begann seine Lehre bei Dreier & Horstmann bereits 1977. Bis heute ist er dem Modehaus treu geblieben.

Ein kostenloser Kundenparkplatz steht natürlich hinter dem Haus (Einfahrt über die Mittelstraße) für den entspannten Einkauf zur Verfügung.

Aus NOZ am 24.10.2026